„Du schaffst das nicht!“– Das unerreichbare Plateau

Wenn alle zweifeln und einer trotzdem springt

„Lass den Lärm anderer nicht deine innere Stimme übertönen.“
– Steve Jobs

 .

„Lass den Lärm anderer nicht deine innere Stimme übertönen.“
– Steve Jobs

Manchmal reicht ein einziger Satz, um einen großen Traum ins Wanken zu bringen.

„Du schaffst das nicht.“

Eben warst du noch voller Tatendrang. Du wolltest endlich mit dem Training anfangen, beruflich etwas verändern oder dir einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Doch jetzt zögerst du. Was, wenn der andere recht hat? Was, wenn du scheiterst – und alle es sehen?

Der Satz bleibt hängen. Beim nächsten Versuch ist er wieder da. Irgendwann zweifelst du an etwas, das du noch gar nicht richtig ausprobiert hast.

An einem stillen Teich geschah eines Tages etwas Ähnliches. Ein Wettkampf, ein scheinbar unerreichbares Ziel und eine Menge Zuschauer, die sich sicher waren: Das konnte niemand schaffen.

Doch ein kleiner Frosch sollte sie eines Besseren belehren.

Motivation, Wettkampf, Hochsprung

Ein Ziel, das unerreichbar schien

Am Ufer des Teichs ragte eine hölzerne Plattform in die Höhe. Von unten konnte man kaum über ihre Kante sehen. Wer vor ihr stand, musste den Kopf weit in den Nacken legen – und selbst die kräftigsten Frösche wurden bei diesem Anblick nachdenklich.

Eines Tages kam einer von ihnen auf eine Idee: „Lasst uns einen Wettkampf daraus machen. Wer es dort hinaufschafft, gewinnt!“

Die Nachricht verbreitete sich am ganzen Teich. Schon bald füllte sich das Ufer. Zwischen Schilf und Steinen drängten sich große und kleine Frösche, neugierig auf das Schauspiel. Einige musterten die Plattform und tuschelten. Andere streckten bereits ihre Beine und suchten sich einen Platz für den Absprung.

Je näher der Start rückte, desto unruhiger wurde die Menge.

Mitten unter den Teilnehmern saß ein kleiner grüner Frosch. Neben den kräftigen Beinen seiner Mitstreiter wirkte er unscheinbar. Kaum einer der Zuschauer beachtete ihn.

Er blickte hinauf zur Plattform.

Dann rückte er an die Startlinie.

„Das schafft ihr niemals!“

Der Wettkampf begann.

Die ersten Frösche sprangen voller Schwung in die Höhe. Doch die Plattform war weiter entfernt, als sie von unten gehofft hatten. Einer nach dem anderen landete wieder im Sand.

Aus dem Publikum wurden die ersten Rufe laut.

„Viel zu hoch!“

„Da kommt doch kein Frosch hinauf!“

„Spart euch die Mühe!“

Einige Teilnehmer hielten inne. Sie schauten noch einmal nach oben, dann zu den Zuschauern. Vielleicht hatten die anderen recht. Vielleicht war dieses Ziel einfach zu groß für sie.

Die ersten gaben auf.

Andere versuchten es weiter. Sie nahmen neuen Anlauf, streckten ihre Beine und sprangen, so hoch sie konnten. Doch mit jedem misslungenen Versuch wurden ihre Bewegungen schwerer – und die Stimmen am Ufer lauter.

„Seht ihr? Es geht nicht!“

„Hört lieber auf!“

Bald saßen fast alle Teilnehmer wieder bei den Zuschauern.

Motivation, Wettkampf, Hochsprung

Einer machte weiter

Nur der kleine grüne Frosch stand noch vor der Plattform.

Seine Beine waren müde. Sand klebte an seinem Bauch. Auch er war nach jedem Sprung wieder auf dem Boden gelandet.

Eine Weile blieb er sitzen und verschnaufte. Dann rückte er ein Stück zur Seite, prüfte den Boden unter seinen Füßen und blickte nach oben.

Er sprang erneut.

Diesmal fehlte nicht mehr viel.

In der Menge wurden Hälse gereckt. Einige Zuschauer rückten näher. War dieser unscheinbare kleine Frosch tatsächlich gerade höher gekommen als alle anderen?

„Jetzt sei doch vernünftig!“, rief einer.

„Wir haben es alle versucht. Du schaffst das auch nicht!“

Der kleine Frosch wandte sich kurz zu ihnen um. Überall aufgeregte Gesichter, weit geöffnete Münder, hektische Bewegungen.

Dann schaute er wieder zur Kante.

Er schob seine Füße in den festen Sand. Ging tief in die Hocke. Hielt einen Augenblick inne.

Und sprang.

Seine Beine streckten sich. Der Boden wich unter ihm zurück. Die hölzerne Kante kam näher.

Diesmal erreichten seine Vorderfüße das Holz.

Für einen Moment hing er am Rand. Seine Hinterbeine suchten Halt, während er sich mit aller Kraft festklammerte.

Unten hielt die Menge den Atem an.

Er zog sich ein Stück hinauf. Bekam ein Bein über die Kante. Dann das zweite.

Und saß oben.

Kein Ruf war mehr zu hören.

Der kleine grüne Frosch blieb einen Augenblick reglos sitzen. Dann richtete er sich ein wenig auf und hob den Kopf.

Vor ihm glitzerte der Teich. Tief unter ihm saßen die Frösche, die eben noch so sicher gewesen waren.

Jetzt blickten sie alle zu ihm hinauf.

Er hatte es geschafft.

Motivation, Wettkampf, Hochsprung

Was niemand wusste

Als der kleine Frosch später wieder am Ufer saß, ließen ihm die anderen kaum Zeit zum Verschnaufen.

Von allen Seiten drängten sie heran. Selbst die Frösche aus den hintersten Reihen schoben sich nach vorne.

„Wie hast du das gemacht?“

„Wir sind nicht einmal bis an die Kante gekommen!“

„Warum hast du immer weitergemacht?“

Der kleine Frosch blickte von einem zum anderen. Er sah ihre erwartungsvollen Gesichter, ihre ungeduldigen Bewegungen.

Doch er antwortete nicht.

Einer rückte näher.

„Du musst doch irgendein Geheimnis haben!“

„Jetzt sag schon!“, rief ein anderer.

Immer mehr Fragen prasselten auf ihn ein. Kaum einer wartete noch eine Antwort ab. Der kleine Frosch wich ein Stück zurück.

Da schob sich ein anderer durch die Menge.

Er stellte sich neben den kleinen Sieger und sah die Umstehenden an.

„Lasst ihn doch in Ruhe. Das ist mein Bruder.“

„Dann sag du uns, warum er nicht antwortet!“

Der Bruder ließ seinen Blick über die aufgeregten Gesichter wandern.

**„Er kann euch nicht hören. Er ist taub.“**

Die Frösche verstummten.

Einer, der sich gerade noch nach vorne gedrängt hatte, trat langsam zurück. Ein anderer senkte den Blick.

Der kleine Frosch hatte nichts von dem gehört, was sie ihm zugerufen hatten.

Kein „Viel zu hoch“.

Kein „Gib endlich auf“.

Kein „Du schaffst das nicht“.

Er hatte nur gesehen, wie sie ihre Münder bewegten, gestikulierten und bei jedem seiner Sprünge aufgeregter wurden.

**Und die ganze Zeit geglaubt, sie würden ihn anfeuern.**

Fazit: Welche Stimmen lässt du an dich heran?

Du kannst nicht verhindern, dass andere an dir zweifeln. Aber du kannst entscheiden, wie viel Macht du ihren Worten gibst.

Lass ihre Zweifel nicht zu deinen Grenzen werden.

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📚 Quellen und psychologischer Hintergrund

  • Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84(2), 191–215.

  • Jobs, S. (2005). Stanford-Abschlussrede vom 12. Juni 2005.

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